Adelaide und Kangaroo Island

Montagabend landeten wir nach einem sehr ruhigen Flug in Adelaide. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt hatten (mein Koffer hatte eine richtig schöne Beule.. keine Ahnung, wie die das hinbekommen haben) ging es mit dem Bus zu unserem Hostel namens Tequila Sunrise. Dort angekommen wurden wir erst einmal überrascht, kann man sagen. Die Tür zum Hostel war offen, sodass man die Musik schon von weitem hören konnte. Die Rezeption sah etwas aus wie ein DJ Pult, aber wir bekamen trotzdem ohne Probleme unsere Zimmerkarten, den Wlan Code und den Tür Code.

In unserem Zimmer angekommen richteten wir uns kurz ein und begrüßten unsere zwei Mitbewohner. Ein Chinese, der gefühlt seine halbe Hackerzentrale im Zimmer aufgebaut hatte aber sehr nett war und ein Mann mittleren Alters, bei dem wir uns wunderten, wieso er sich in einem offensichtlichen Partyhostel untergebracht hatte. Leider mussten wir feststellen, dass es im gesamten Hostel nur eine Damentoilette gab und zwei Duschen. Sonst wirkte das Hostel aber auf den ersten Blick ganz cool, (dafür, dass wir nur 17$ die Nacht bezahlen mussten inklusive Frühstück)

Anschließend gingen wir etwas zu Essen suchen. Da Feiertag war erwies sich, dies als etwas schwierig, sodass wir bei der goldenen Möwe endeten.

Nachdem wir am nächsten Morgen erstmal ausgeschlafen hatten, wurden wir vom Pancake Geruch geweckt, welcher durchs Hostel strömte. Nach dem Frühstück machten wollten wir zum Gorge Wildlife Park fahren, dort konnte man nämlich Koalas auf den Arm nehmen.

Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Park weit entfernt jeglicher öffentlicher Verkehrsmittel lag, weswegen wir uns ein Uber nahmen und uns dorthin fahren ließen. Nach bereits 10 Minuten Autofahrt war Adelaide vorbei und wir befanden uns irgendwo im Nirgendwo. Die Fahrt ging über eine kurvenreiche Straße in die Berge, wo der rote Sand deutlich zu sehen war und die Landschaft allgemein recht trocken aussah. Das wirkte schon sehr wie Australien, wie man es sich vorstellt.

Nach gut einer Dreiviertelstunde Autofahrt kamen wir beim Park an. Kurz nachdem wir im Park waren, schon das erste Highlight: Wir durften eine Schlange streicheln, was sich erstaunlich weich angefühlt hat. Hab aber leider vergessen, was für eine Art. Auf jeden Fall nicht giftig oder gefährlich.Eine halbe Stunde Später dann mein persönliches Highlight der gesamten Woche. Wir gingen zu den Koalas. Unser Koala den wir auf den Arm nehmen durften hieß Bazil und war ein Männchen. Noch nie so etwas süßes gesehen. Und dazu hat er noch nach Eukalyptus geduftet und war super weich. Hier ein paar Bilder von mir und meinem neuen Freund ♡

Best day of my life ♡♡Ist er nicht süß!Tatsächlich ist es bereits in New South Wales und Victoria verboten Koalas auf den Arm zu nehmen, da die Tiere dabei unter enormen Stress stehen und dadurch krank werden können. Trotzdem konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.. und Bazil wirkte auch sehr entspannt.Auf jeden Fall hab ich damit einen Punkt auf meiner Bucketlist erfüllt.Nach diesem Erlebnis ging es weiter zum nächsten typisch australischem Tier: den Kängurus und Wallabys. Erstaunlicherweise hüpften dort sehr viele Albino Kängurus herum. Viele von den Tieren waren sehr zahm und ließen es sich ohne Probleme gefallen, wenn man sie streichelte und Fotos mit ihnen machte.

Da ist noch ein kleiner Joey im Beutel :)(So nennt man die Tiere die noch im Beutel sind, sowohl bei den Kängurus, als auch bei den Koalas)

Nach diesem tierischen, wunderschönen Tag ließen wir uns von einem Uber wieder nach Adelaide fahren, der sich aufgrund von mangelnder Internetverbindung mehrmals verfahren hatte.

Am nächsten Morgen standen wir um 5 auf, denn es sollte heute nach Kangaroo Island gehen. Unser Tourbus holte uns um 6:30 beim Hostel ab und los ging die Fahrt. Zunächst erstmal zwei Stunden Fahrt zur Fähre nach Cape Jervis. Das Beste an dieser Fahrt war, dass wir in den Morgen quasi hineinfuhren. Und wer ist wach, wenn der Fuchs badet? Richtig! Kängurus! Erst sah ich eins, etwas im Wald versteckt und ich dachte mir, oh cool jetzt hab ich noch ein wildes Känguru gesehen. Kaum fuhren wir aber um die nächste Ecke, war auf der Wiese neben der Straße eine riesen Känguruherde. Es waren bestimmt über 50 Tiere. Und es sollte nicht bei dieser einen bleiben. Die gesamte Strecke bis zur Fähre schaute ich eigentlich die ganze Zeit nur aus dem Fenster, denn überall waren Kängurus, die die letzten Augenblicke noch genossen, bevor die Sonne durch die Wolken hervorbrach. Das ist Australien!

(Leider konnte ich von diesem Spektakel keine Fotos machen, da der Bus zu schnell war. Aber es war schon etwas magisch)

In Cape Jervis angekommen stiegen wir aus den Bus und gingen auf die Fähre. Die Überfahrt dauerte etwa ekne Dreiviertelstunde und war ziemlich langweilig. Theoretisch gibt es dort Delfine, aber wir haben leider keine gesehen, wahrscheinlich weil diese die Fähre meiden. Wir erfuhren jedoch, dass Kangaroo Island Australiens drittgrößte Insel ist und sehr vielen Kängurus (wer hätte es gedacht), Koalas und Seelöwen, sowie Vogelarten eine Heimat bietet. Auf der Insel wohnen nur etwas über 4000 Menschen, weswegen ein Großteil der Insel einfach nur aus Wald und Gestrüpp besteht und auch Naturschutzgebiet ist.

Auf der Insel angekommen, lernten wir unseren neuen Busfahrer kennen und die Tour ging richtig los. Unser erstes Ziel: Seal Bay

In diese Bucht ziehen sich die Seelöwen nach ihrer Jagd zurück, um zu schlafen.

In der Bucht angekommen hatten wir eine geführte Tour runter, zum Strand, direkt zu den Seelöwen. Auf dem Weg zum Strand lagen auch schon zwei männliche Tiere schlafend neben dem Weg und so groß wie die waren wollte man sie auch bloß nicht wecken.

Unsere Guides waren sehr darauf bedacht, dass die Gruppe beisammen blieb und keiner näher als 10 Meter an die Tiere heranging. Der Respekt vor den Seelöwen war jedoch bei allen groß genug, sodass es auch keiner wagte. Aus der Ferne konnten wir zwei Männchen beobachten, die sich ein bisschen ankeilten, nicht schlimm aber man wollte auf keinen Fall zwischen die Zähne kommen.

Die Männchen wiegen rund 300 kg und die Weibchen um die 100 kg. Ich möchte unter keinem liegen, haha!

Im Anschluss ging es zum Mittagessen in eine wirklich kleine aber niedliche Location, mitten im Nirgendwo. Zu Essen gab es Beef und Chicken mit allen möglichen Salaten und zum Nachtisch Käsekuchen ♡

Gestärkt ging es weiter. Unser nächstes Ziel: Koalas. Unser Busfahrer erzählte uns, dass Koalas zwar gefährdete Tiere sind, auf Kangaroo Island jedoch eine Überbevölkerung an Koala herrschte, sodass dort angefangen wurde die weiblichen Koalas zu sterilisieren.

Wir begaben uns also auf die Suche nach Koalas und tatsächlich saß fast in jedem Baum einer. Wir haben sogar einen mit einem kleinen Joey im Arm gesehen.

Koalas in Bäumen kann man nicht sonderlich gut fotografieren, aber wir können uns ja immernoch die Bilder von Bazil angucken.

Aber es war schon sehr cool soviele Koalas mal in freier Wildbahn zu sehen. Es ist dann ja immernoch etwas anderes, als wenn man sie im Zoo oder ähnlichem sieht.

Typisch Touri ich weiß. Und müde seh ich auch noch aus, haha. Okay, einfach weiterlesen.

Nach dem Koalaerlebnis Nr.2 diese Woche machten wir uns auf den Weg zu den Remarkable Rocks. Dabei handelt es sich um ein Paar Felsen, die wie extra dorthin gelegt auf den Klippen irgendwo im Nirgendwo liegen.

Ok es waren halt Steine, aber schöne Steine!

Nicht so schön hingegen war die Toilette dort vor Ort. Es handelte sich dabei um ein Plumpsklo und unser Busfahrer meinte noch zu uns im Bus, dass man erst mehrmals den Deckel laut zuschlagen lassen muss, um Spinnen, Schlangen und sonstiges Getier zu vertreiben, damit einem nichts in den Hintern beißt. Wir ließen es jedoch lieber ganz bleiben:)

Als letzten Stopp fuhren wir noch bei der Admirals Arch vorbei. Dies ist ein Flesbogen, welcher durch Wind und Wetter geschaffen wurden. Auf dem Weg zum Bogen, konnte man super viele (ich glaube) Seehunde auf den Felsen spielen sehen oder wie sie wie Delfine durch die Brandung gesprungen sind.

Im Anschluss ging es wieder 3 Stunden Fahrt zurück zur Fähre und von dort nochmal zwei Stunden bis nach Adelaide. Mit der einsetzenden Dunkelheit kamen auch die Kängurus wieder heraus, sodass das Schauspiel vom Morgen sich wiederholte. Zum Glück hüpfte keines vor unseren Bus. Gegen 11 kamen wir endlich im Hostel an und legten uns müde schlafen.

Am nächsten Tag war Anzac Day. Ein wichtiger australischer Nationalfeiertag für das Militär. Morgens in der Stadt konnten wir die Paraden beobachten, die dort durch die Innenstadt zogen.

Nach dem Frühstück beschlossen wir es mal mit etwas Kultur zu versuchen und beschlossen in das Kunstmuseum von Adelaide zu gehen.

Da der Eintritt frei war konnte man ja nicht soviel falsch machen. Die Kunst dort war weitestgehend eher abstrackt, was ich häufig etwas schwierig finde, aber alles in allem war es doch ganz cool. Das berühmteste ist ein Raum, durch den viele rote Fäden gespannt sind und auf dem Bodem abgetrennte Körperglieder liegen. Ehrlich gesagt hab ich auch dieses Werk nicht ganz verstanden aber es sah ganz cool aus.

Welches Werk ich aber ganz witzig fand war die Darstellung einer Rettungsweste. Auch hier ist mir die tiefere Bedeutung nicht bekannt 🙂

Aber ganz meinen Kunstgeschmack hatte das Museum nicht getroffen. Sehr makaber waren auch zwei aneinandergenähte Pferdekörper (echt) von denen der Kopf fehlte und die dann an einem Hufen festgebungen an der Decke hingen.

Nach dieser etwas schrägen Kunst fuhren wir mit der Tram nach Glenelg. Dort verbrachten wir dann den Rest des Tages am Strand, gutem Essen und shoppen ohne Dinge zu kaufen (keine Platz im Koffer).

Wieder im Hostel lernten wir noch eine deutsche Backpackerin kennen, die sehr nett war und den Platz des Chinesen übernommen hatte, wir also keine Hackerzentrale mehr waren.

Abends sorgte jedoch noch unser anderer Mitbewohner für „gute Laune“, denn er war sehr sehr betrunken und hatte seinen Zimmerschlüssel verloren, weswegen er immer klopfen musste, wenn er ins Zimmer wollte. Zum Glück waren wir nicht allein, denn wir waren ja schon ein Stück jünger als er und wussten nicht was der alles im betrunkenen Zustand machen würde. Irgendwann in der Nacht verließ er jedoch das Zimmer und kam nicht mehr rein, da wir nicht mehr öffnen wollte und so konnten wir dann doch entspannt schlafen.

Am nächsten Morgen checkten wir gegen 10 aus dem Hostel aus, ließ jedoch unsere Koffer noch da und verbrachten den Tag in der Innenstadt Adelaides. Was ganz cool an Adelaide ist, ist dass sie eine Fußgängerzone hat wo die ganzen Läden sind. Sonst ist man es mittlerweile schon gewohnt in Malls shoppen zu gehen.

Abends ging dann wieder unser Flug zurück nach Sydney und eine sehr schöne Woche ging zu Ende.

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